IMPRESSIONEN VOM RITUALWORKSHOP MIT SOBONFU SOME`

Die Trommel ruft Alle zusammen. Der Kreis wird sich an diesem Wochenende immer wieder ganz selbstverständlich bilden. Ein Klangteppich von Rhythmen entsteht, als sich die TeilnehmerInnen mit ihren vielfältigen Perkussionsinstrumenten zum Rhythmus der Djembe von Sobonfu Some` dazu gesellen.
Jemand ohne Instrument klatscht mit, bekommt plötzlich eine Rassel zugeworfen. Überrascht? So etwas geschieht sonst nicht so schnell in Seminaren. Nicken, anlächeln, Blicke wandern hin und her, Freude wird sichtbar – Gemeinschaft.
Sobonfu Some`s Ritualworkshop zum Thema Intimität – Der Aschekreis DIE WUNDEN MENSCHLICHER BEZIEHUNGEN HEILEN führt alle Anwesenden her. Als Hüterin der Rituale von den Ältesten Ihres Dorfes autorisiert schafft Sobonfu auch hier im Westen mit gelassener Selbstverständlichkeit über ein Wochenende eine Atmosphäre des Zusammenhalts, eine Dorfgemeinschaft, die trägt, begleitet, unterstützt, uns erinnert, dass wir nicht nur isolierte Einzelwesen sind, sondern auch in uns die Erinnerung und Sehnsucht nach einem Clan, einer Gemeinschaft ruht und wachgerufen werden kann.

Ich fühle mich gleich vertraut, kenne ja Rituale aus meiner eigenen Praxis, bin durch meine Arbeit verbunden mit der Macht der Intuition und der Kraft von Symbolen.
Wochen vorher begann ich mich einzustimmen. Wir hatten vorbereitende Aufträge bekommen. Ich suchte Ahnenbilder zusammen, sammelte Symbole, die meine Beziehungen repräsentieren, meiner Kraft symbolisieren, suchte Tücher und Kerzen in den Farben blau/schwarz, gelb, grün, rot, weiß zusammen. Spürte dem Thema nach was mich zu dem Workshop zog – Gemeinschaft.
Altäre bauen, wie geht das? Was ist da richtig? Auf manche Fragen lachte Sobonfu nur, fragte zurück und es wurde schnell klar, verlass Dich auf Deine Intuition, das ist angesagt.

Das erste Ritual:

Blau/schwarz, Farben für den Altar der Vergebung, des Loslassens.
Es ist wichtig zuerst sich selbst vergeben kam plötzlich die klare Ansage.
Die Gruppe der Hüter des Schreins bildete sich, gestaltete gemeinsam den Altar, nahm die Gegenstände, Bilder, Symbole, Kerzen, Tücher der Anderen aus der Gruppe achtsam an, legte sie an die bezeichneten Stellen.
Die Kräfte, die Ahnen wurden gerufen, jeder sprach aus, was er an hilfreichen Unterstützern dabei haben wollte. Dabei war es gleich-gültig welche Religion da mit im Spiel war, welche Sprache gesprochen wurde.
Wasser, viel Wasser braucht es, fließen lassen, abwaschen, loslösen, trauern, beruhigen, sterben lassen, weggeben, auflösen kam mir in den Sinn. Auch begleiten, trösten, halten, gemeinsam klagen, teilen, mitteilen, schweigen, beten, bitten, warten, nachdenken, still werden.
So war es dann auch. Nach der Begrüßung durch einen der Schreinhüter saßen diejenigen, die den Altar der Vergebung aufsuchten vor dem Altar. Oft lange, sehr still, für sich, wie umhüllt vom Trommeln und dem stetig tragenden Gesang der Dorfgemeinschaft auf der anderen Seite des Raums.
Dann gab es wirklich Wasser, ein Fluss war aus Gefäßen kreiert worden. Wasser für die Augen, das Herz, die Hände und die Füße. Begleitet durch die Hüter gingen die Teilnehmer einzeln durch die Stationen des Schreins. Was im Einzelnen geschah war sehr persönlich, sehr bewegend, dauert oft lange.
Am Ausgang des Schreins wurden die Einzelnen begrüßt, dann der trommelnden und singenden Dorfgemeinschaft zugeführt, die jeden Einzelnen freudig umarmend begrüßte und wieder aufnahm.
Das Ritual der Vergebung dauerte sehr lange. Ich glaube die Gruppe und Sobonfu trommelte und sang über 4 Stunden bis alle, die wollten, durch den Schrein der Vergebung gegangen waren.

Am nächsten Tag folgten zwei weitere Rituale.

Zuerst der Schrein des Zurückforderns – der Ganzheit

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Grün und gelb waren die Farben dieses Altars. Wachstum, Fülle, Nahrung, gute Versorgung, Natur, Kraft, Erde, Halt assoziierte ich damit.
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Alle die Teile, was Anderen gegeben wurde, was Anderen geopfert wurde, Kräfte, Fähigkeiten, die aufgeben wurden, aber für das eigene Leben gebraucht werden und all die Teile, die von Anderen genommen worden sind, Teile, die nicht sein dürften, vielleicht sogar abgetötet werden sollte, nicht da sein sollte, in missglückten Beziehungen zurückgelassen wurde, konnte hier mit Hilfe der Ahnen, Kräfte, Sobonfu sagt Spirits und mit Begleitung durch die Hüter des Schreins zurückfordert werden.
In einem geschlossenen Kreis stehend, wurden Forderungen laut ausgesprochen, Herz und Kopf verbunden durch die Hände der Hüter des Schreins, getragen durch den stetigen Trommelrhythmus und den Gesang der (Dorf)Gemeinschaft auf der anderen Seite des Raumes.

Dann wurden die Einzelnen an dem Schrein der Visionen weitergeführt.

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Der Ort an dem die eigene Geschichte neu geschrieben werden kann und weiter geschrieben wird. Klar definiert ging es um die eigene Vision, nicht um die Vorstellung, die für Andere verwirklicht werden sollten. Rot und weiß waren die Farben dieses Schreins. Leidenschaft und Klarheit symbolisierend. Beides brauchen wir, um unsere Visionen zu verwirklichen. Das dranbleibende Feuer der Leidenschaft, für die eigene Sache brennen fiel mir ein. Aber auch, sich selbst von der eigenen Vision nicht verzehren lassen, wach bleiben, weiß, neu, das weiße unbeschriebene Blatt, immer wieder innerlich Abstand nehmen zum eigenen (Lebens)Entwurf, Zurücktreten, betrachten, die Klarheit der eigenen Motive prüfen. Ein guter Schutz vor Fanatismus oder vor dem sich selbst Aufrauchen.
Die Hüter des Schreins erinnerten jeden Einzelnen daran, wach für die Botschaft der eigenen Vision zu bleiben, die eigene Geschichte weiter zu schreiben, die Leidenschaft der Flamme der Vision brennend zu halten, die Klarheit des Lichts der Vision leuchten zu lassen.
Diese Qualitäten wurden durch die Kerzenflamme symbolisiert, welche die Hüter des Schreins über jeden Teilnehmer führte, der laut und gleichzeitig getragen, umhüllt von Trommel und Gesang den Ahnen, Kräften, Spirits seine ureigene Vision von sich selbst verkündete.
Der Abschluss jeden Rituals war immer sich bei den Ahnen, Kräften, dem Spirit, für die Unterstützung zu bedanken und dann zum Dorf zurückgeführt zu werden. Der Name des Einzelnen wurde gerufen, die Aufnahme im Kreis Aller erfolgte mit ausgelassener Freude.image012image013

„ES IST IMMER EINE HERAUSFORDERUNG, DAS SPIRITUELLE IN DIE MATERIELLE WELT ZU BRINGEN. ABER ES IST DER EINZIGE WEG, WIE WIR MENSCHEN ZURÜCK IN EINKLANG MIT DER ERDE UND UNSEREN INNEREN WERTEN KOMMEN KÖNNEN.“
Zitat Sobonfu Some `

http://www.sobonfu.com/

Über sabinepabel

Ich habe eine Praxis für Kunsttherapie und Traumatherapie / Somatic Experiencing in Berlin Kreuzberg/Mitte, Deutschland. Dieser Blog bildet einen Übergang / ein transitional zwischen Themen, die mich beruflich und privat bewegen. Meine Website: www.kunsttherapie-pabel.de
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